Bildungsurlaub - Ist das was für mich?

Bildungsurlaub - Ist das was für mich?

Arbeit und Urlaub - passt das überhaupt zusammen? Warum nicht? Wie wäre es mit Bildungsurlaub? Die wichtigsten Informationen und Antworten finden Sie in unserem Artikel.

Die meisten wissen überhaupt nichts von Ihrem Recht auf Bildungsurlaub. Generell hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Weiterbildung an fünf Tagen im Jahr, in denen er weiterhin Gehalt bekommt. Ausgenommen sind davon lediglich die Bundesländer Bayern und Sachsen. Wichtig ist bei der Beantragung von Bildungsurlaub, dass der Arbeitstandort  und nicht der Wohnort entscheidet. Wer in Frankfurt wohnt aber in Bonn arbeitet, für den gelten die Bedingungen des Bundeslandes Nordrein-Westfalen.

Wo kann ich Bildungsurlaub machen?

Von einem Bildungsurlaub profitieren nicht nur Sie, sondern auch das Unternehmen. Ein wichtiger Punkt, um einer Absage des Chefs direkt den Wind aus den Segeln zu nehmen. Eine neue Kultur kennenzulernen kann dabei ein wichtiger Aspekt des Bildungsurlaubs sein. Das funktioniert am besten, in dem man für ein paar Tage den eigenen Arbeitsplatz verlässt und in eine neue Welt eintaucht. Wer allerdings nur zum Sonnen nach Mallorca fliegen will, kann das nicht als Bildungsurlaub deklarieren. Wenn Sie dabei aber einen Sprachkurs besuchen, gilt das dagegen sehr wohl als Bildungsurlaub. Der Sprachkurs muss also nicht in Ihrer Heimatstadt, sondern kann überall stattfinden. Es muss aber ein durch Ihr Bundesland anerkannter Sprachkurs sein, damit vom Chef keine Absage kommt.

Und bei wem?

Dazu gehört der richtige Träger, also ausgewählte Sprachschulen oder Institute. Die Sprachkurse müssen je nach Bundesland eine Mindestanzahl an Stunden am Tag umfassen. Nicht in jedem Bundesland werden alle Kurse anerkannt. Was in Stuttgart akzeptiert wird, muss noch lange nicht für Hamburg gelten. Zudem gibt es auch geografische Einschränkungen: So darf ein Bildungsurlaub in Nordrhein-Westfalen nur maximal 500 Kilometer von der Landesgrenze entfernt stattfinden. Wer in Düsseldorf wohnt, kann sein Spanisch also nicht in Madrid aufpolieren.

Welche Weiterbildung wird anerkannt?

Sie können sich Ihre Weiterbildung theoretisch frei nach Ihren Interessen wählen, allerdings sollte der Bildungsurlaub einen Mindestnutzen für Ihren Arbeitsplatz haben. Wenn der Arbeitgeber einverstanden ist, dann ist es also durchaus möglich, dass ein Schreiner zum Japanischlernen einen Sprachkurs in Tokio macht oder einen Kurs "Wie komme ich entspannt durch den Berufsalltag mit Yoga".

Kann mein Arbeitgeber Nein sagen?

In Bundesländern, die einen Rechtsanspruch auf Bildungsurlaub haben, kann der Vorgesetzte nur wegen dringend, betrieblichen Gründen eine Absage erteilen. Wie bei normalen Urlaubsanträgen gilt: Haben im ausgewählten Zeitraum bereits viele Kollegen frei, kann der Chef Nein sagen, muss den Bildungsurlaub aber an einem späteren Zeitpunkt zulassen. Als Arbeitnehmer können Sie gegebenenfalls auch verlangen, dass der Anspruch auf das nächste Jahr verschoben wird.

Und so überzeugen Sie Ihren Chef

  • Erklären Sie Ihrem Chef, dass Sie unter einem Bildungsurlaub keinen Urlaub verstehen, sondern die Möglichkeit, sich in Ihrer Freizeit weiterzubilden und Neues zu lernen.
  • Beschreiben Sie ihrem Arbeitgeber, wie Sie ihre neu erworbenen Kenntnisse einsetzen möchten.
  • Ein Vorteil eines Bildungsurlaub im Ausland  ist, dass Sie sich ausser konkretem Fachwissen und der Fremdsprache auch Kenntnisse über die Kultur und die Mentalität des Gastlandes aneignen.
  • Das kann bei Verhandlungen mit Kunden aus dem Zielland von großem Wert sein.
  • Ein Sprachkurs im Ausland bringt Ihnen viel schnellere und größere Fortschritte als ein Teilzeitkurs in Deutschland.
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